D’Liab

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386 Liab
Zusammenfassung
386 D'Liab
Gedicht Monat Jänner 2019

wenn die erste Liebe zu Überraschungen führt
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Da kloane Franzi stroiht iwas gonze G’sicht
und vazöht seiner Mama a nette G’schicht.
Er kuschelt si eichi auf ihr’n Schoß
und nocha leg er a scho richtig los:

„Die Lisi is heit in da Schui zu mir her kemma
und woit mi auf des kloane Bankei midnemma.
Sie hod oiwei wieder zu mir ummag’schiaglt,
des hu i g’sechen, wei des Fensta spiaglt.

Irgendwie is ma viekemma, es weascht so worm,
sie leg ma ihr kloas Hantei auf mein Orm,
a G’füh wia a Warmflosch auf mein Bauch,
die i adiam amoi zun Einschloffen brauch.

Sie hod ma vo ihrer Jausen die Karotten geben,
wei’s bei da Lisi dahoam jo eher vegetarisch leben.
Dafie hu i ihr die hoiwe Specksemmi ummiglong,
do hod’s mi u’stroiht und hod zun Lochen u’gfong.

In da Pause sen ma unta die Baam ummigonga,
sie hod mei Handei k’hoiten, do hods zun Wurrln u’gfonga,
mia hommb ins hinta die Bisch ummik’huckt,
auf oamoi hod’s ma a gonz a fei’s Bussl auffidruckt!

Mama, is des die Liebe, vo der ma oiwei wieda heaschd
und ois Dawoxna auf amoi so komisch weaschd?
Mei kloas Heaschzei des pummpat gonz schee laut,
boid ma die Lisi in die Augen schaut!

Dass i die Lisi heirat, des woas i genau!
Es gib koan Zweifi, dass i mi des z’frogen trau!“
Die Mama streichit s’Biawei iwa d’Hoor,
das er des nid wissen ku, des is ihr klor:

„So oafach is des owa nid, mei liawa Bua!
Zun Heiraten, do kean oiwei zwoa dazu!“
„Jo woast Mama, des find i iwahaupt nid schlimm,
wei ich oafoch die Elena a no dazua nimm!“

Beschreibungen und Ausdrücke

Der kleine Franzi strahlt über das ganze Gesicht
und erzählt seiner Mama eine nette Geschichte.
Er kuschelt sich hinein auf ihren Schoß
und dann legt er auch schon richtig los:

"Die Lisi ist heute in der Schule zu mir her gekommen
und wollte mich neben sich auf auf das kleine Bankerl nehmen.
Sie hat immer wieder zu mir herübergeblinzelt,
das habe ich gesehen, weil das Fenster spiegelt.

Irgendwann ich mir vorgekommen, es wird so warm,
sie legt mir ihr kleines Händchen auf meinen Arm,
ein Gefühl wie eine Wärmflasche auf meinem Bauch,
die ich manchmal zum Einschlafen brauche.

Sie hat mir von ihrer Jause die Karotten gegeben,
weil die bei der Lisi zu Hause ja eher vegetarisch leben.
Dafür habe ich ihr die halbe Specksemmel hinübergegeben,
da hat sie mich angestrahlt und hat zu Lachen angefangen.

In der Pause sind wir unter die Bäume hinübergegangen,
sie hat meine Hand gehalten, da hat es bei mir zu Wurreln angefangen,
wir haen uns hinter die Büsche hinübergesetzt,
auf einmal hat sie mir ein ganz feines Busserl hinaufgedrückt!

Mama, ist das die Liebe, von der man immer wieder hört
und als Erwachsener auf einmal ganz komisch wird?
Mein kleines Herz das pumpert ganz schön laut,
wenn mir die Lisi so voll Liebe in die Augen schaut!

Dass ich die Lisi heirate, das weiß ich genau!
Es gibt keinen Zweifel, dass ich mich zu fragen traue!"
Die Mama streichelt dem Buben über die Haare,
dass er das nicht wissen kann, das ist ihr klar:

"So einfach ist das aber nicht, mein lieber Bub!
Zum Heiraten, da gehören immer zwei dazu!"
"Ja weißt du Mama, das finde ich überhaupt nicht schlimm,
weil ich einfach die Elena auch noch dazu nehme!"