D’Roas

Das Bild zum Gedicht

der Baumeiister mit der Lawinenschaufel
Zusammenfassung
10 D'Roas

ein Urlaubbericht aus Griechenland
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An Juli hu i mia denkt, das i auf die Orbeit pfeif,
i hus g‘spischt, i wor woitan urlaubsreif.
Amoi weck, von Sauweda, vo da Hochwassagfahr,
da muaßt oichi an Süden, des is ganz klar!

Homb Katalog ugschaugg und nach an wenk Hin-und-Her
is nach Griechenland gonga – ans Ionische Meer.
Homb’s Grecotel ausgsuacht, an Katalog gonz was Schees,
lieg in Griechenland links ent om am Pelloponnes.

Mei Frau und die zwoa Diandln hommb sie sakkrisch gfreid,
wei’s bei ins an Urlaub oiwei a mords Gaudi geit.
Die Biacha zsammpackt, d’Sunncreme, bein Gwand wars nits rar,
soid ja nit fü zammkemma, sist weand die Koffer z’schwar.

Unt ukemma, mias ma an Bus eichihuckn,
boid i bein Fenster aussischaug, schaugg sie ois woittan trucken!
Da Tirggn is nieder, bei die Goas nit fü dru,
fong‘s mi scho roin u, dass i koan Speck mitgnumma hu.

Owa nochand! – Boid ma an Hotel gwesen sand!
Mei des is schee gwen, ois noi, so elegant!
An jedn Zimma an Safe, dass ins nix stoin,
von da Lahm eicha hescht des Rauschn der Woin.

Umman Orm kriagst a Bandl, damit kust da ois hoin,
kriagst des Essen, des Trinken – brauggst ningascht mehr zoin!
Boid i gwisst hät, wia des mid’n all-inclusive lafft,
hätt i ma sicher die Bodhos zwoa Nummern gresser kafft!

Des Mear is so sauwa, wia in da Griesbachklamm,
net soizig is – und dass a fü mehr Sand hamm!
Mitnand spaziern geh, a wenk ratschn, des is gscheit,
bloasfiassig an Wasser dahintappen und des kilometerweit.

Viarschzen Tag garnix denken, net a wenk lesen,
guat Essen, a wenk trinken, vü lachen – is scho fei gwesen!
Boid der erscht Sonnenbrand vie is, weascht Haut a schee braun,
auf d’Nacht kust ganz romantisch an Sonnenuntergang schaun.

I hu a kloans Hobby – i hoff, Du muast jetz nit lachen,
I tua gean Sandbaun, mit’n Sand Figuren machen.
Am Flughafen wean’s gmoant hom, das i spinn,
wei i nach Griechenland mit oaner Lawinenschaufi kimm.

Is eppas fi a paar Stund – bis Wassa wieder kimmb,
und des gonze Kunstwerch wieda mit aussi nimmb.
Die Freid an Gschaffna is kuschz – nur der Augenblick zöd –
drum muast die gschlein mit’n Frein, so was kriagst nit fi Göd.

Boidst nacha an Liegestui liegst und a wenk trochtst,
und nachdenkst, wost an Leben so mochst,
ma nimmb si z‘wenk Zeit, dass an gfreit wos ma hot -,
es schwoab ois so schnoi weck und des is schot.

Wida dahoam bleim a paar Foto, de kust uschaung, wenn’st mogst,
i stöh ma fi, das i Dir a wenk Freid moch – das’d a wenk loggst,
d’Liab und’d Freid weascht ja mehr, wennst’s des teilst,
drum plog i mi mit die Gedichtln, damit’s auf meiner Homepage verweilst.

Beschreibungen und Ausdrücke

spischt = gespührt
woitan = wirklich, ehrlich
Gaudi = Spaß
Biacha = Bücher
eichihuckn = hineinsetzen
Tirggn = Mais
Goas = Ziegen
nit fü dru = mager
roin = bereuen
Lahm = Balkon
hescht = hören
umman Orm = um den Arm
ningasch = nirgends
zoin = bezahlen
net soizig is = nur salzig ist es
ratschn = tratschen
boasfiassig = barfuss
Vairschzen Tag = 14 Tage
aussi = hinaus
Gschaffna = Geschaffenes
kuschz = kurz
gschlein = beeilen
Frein = Freuen
Göd = Geld
trachtst = nachdenken, besinnen
schwoab = schwemmt
schot = schade
loggst = lachst