Fake News

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384 FakeNews
Zusammenfassung
384 Fake News
Weihnachtsgedicht 2018

unter dem Eindruck der Hektik, eine Überlegung, was Weihnachten sein könnte

Bild Kurt Pikl Acryl
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A Leiden der heitigen Zeit is, dass ma nix mehr daboaten,
die Wirtschaft woas des natürlich a zun loaten!
Ois muas sofort und möglichst gestan sei,
dawei soid die Vorfreid eigentliche des scheenste sei!

Im Spadsumma hommb’s den oiden Schnee u’tu,
is scho a wenk bsunna, wia i die Schneebandl g’sechen hu,
a „Ski-Opening“ Mitte Oktober – wia’s des nennand,
sie kinnands nid daboaten, dass wieda Schifohn kennand!

Im Oktober gibbs die easchten Weihnachtskeks zun Kaffen,
ma siecht, wia die Leit sie direkt darum raffen!
Die Weihnachtsfeian organisian, oi woind’s vadean,
fie koan ku’s schnoi gnuag amoi Weihnachten wean!

Ois muas a „Event“ sei, wo d’Musi laut plead,
wei onscheinend neamb mehr gean des Stade head,
oafoch hilosen, wieda a bissei wia a Kind sei,
die Soi zur Ruah kemma lossen, des waar decht fei!

Zur Weihnachtsg’schicht taten’s heit „Fake News“ sogen.
Natürlich wissen mir, die gonze Gschicht, die is dalogen
und decht sehn i mi noch da Vorfreid, auf des Boaten,
mecht die Sponnung auf den groaßen Tog hi loaten.

Keks bochen, s’gonze Haus schmeckt so guad,
Christbaam kaffen, an Weihrauch in die Gluad,
mit die Kinda rodeln geh im tiafen Schnee,
boid die Augen leichten, die roden Wangei, des is schee!

Keschzn u’zintn, die so vüh Ruah ausstroihn,
zuaschaugn wia die Kinda fie die Eltern a Büdl moin,
i schaug’s oiwei wieda gean u, bi froh, das i dia hu,
wor a scheene Zeit, denk mid a bissei Wehmut dru.

An Fernseher o’schoiten, an offna Kamin u’zinten,
wieda amoi Zeit fie an Ratscher finten,
wos Guad’s zun Trinken, a poor Kesten o’broden,
oder a wieder amoi a poor Freind ei’loden.

Des is fie mi Weihnachten, ois zur krechten Zeit,
nid wia deppat durch die Gschäften laffen war hoid g’scheit,
a Kloanigkeit schenken, zoagn wen ma mog,
donn is da Heilige Obend a scheena Tog.

Vielleicht findst an Abstand, wenn’s da nid guad geht!
Rea a Lacki, los die Tränen zua, boid’s nid guad steht!
I winsch da, dass’d aus deina Traurigkeit aussakimmst
und dass’d in dein Leben an noien U’lauf danimmst.

Wenn ois passt, genieß die schee Zeit,
vaschenk gonz vüh Liab – des is des Beste wos geit.
Schaug, dass’d gonz vüh davu im Heaschzen middanimmst,
damit’st weit iwa die Feischtog damit ummidakimmst.

Den mehran vo ins geht’s heit so guad,
i find, es is richtig, dass ma driwai nochdenken tuad!
Des is, warum i oiwei no a richtige „Fan“ vo Weihnachten bin,
do mochen ausnahmsweis a amoi die „Fake News“ an Sinn!

Beschreibungen und Ausdrücke

Ein Leiden der heutigen Zeit ist, dass wir nichts mehr erwarten können,
die Wirtschaft weiß das natürlich auch zu leiten!
Alles muß sofort und möglichst gestern sein,
dabei soll die Vorfreude eigentlich das schönste sein!

Im Spätsommer haben sie den alten Schnee aufgebracht,
ist schon ein wenig komisch, wie ich die Schneebänder gesehen habe,
ein "Ski-Opening" Mitte Oktober - wie sie es nennen,
sie können es nicht erwarten, dass sie wieder Schifahren können!

Im Oktober gibt es die ersten Weihnachtskeks zum Kaufen,
man sieht, wie sich die Leute direkt darum raufen!
Die Weihnachtsfeiern organisieren, alle wollen verdienen,
für keinen kann es schnell genug einmal Weihnachten werden!

Alles muss ein "Event" sein, wo die Musik laut plärrt,
weil anscheinend niemand mehr gerne das Leise hört,
einfach hinhören, wieder ein wenig Kind sein,
die Seele zur Ruhe kommen lassen, das wäre doch fein!

Zur Weihnachtsgeschichte würden sie heute "Fake News" sagen.
Natürlich wissen wir, die ganze Geschichte ist gelogen
und doch sehne ich mich nach der Vorfreude, auf das Warten,
möchte die Stimmung auf den großen Tag hinleiten.

Keks backen, das ganze Haus riecht so gut,
Christbaum kaufen, einen Weihrauch in die Glut,
mit den Kindern rodeln gehen im tiefen Schnee,
wenn die Augen leuchten, die roten Wangen, das ist schön!

Kerzen anzünden, die so viel Ruhe ausstrahlen,
zuschauen wie die Kinder für die Eltern ein Bildchen malen,
ich schau sie immer wieder gerne an, bin froh, dass ich sie habe,
war eine schöne Zeit, denke mit ein wenig Wehmut daran.

Den Fernseher abschalten, den offenen Kamin anzünden,
wieder Zeit für ein Gespräch finden,
etwas Gutes zum Trinken, ein paar Kastanien braten,
oder wieder einmal ein paar Freunde einladen.

Das ist für mich Weihnachten, alles zur richtigen Zeit,
nicht wie blöd durch die Geschäfte laufen, wäre gescheit,
eine Kleinigkeit schenken, zeigen wen man mag,
dann ist der Heilige Abend ein schöner Tag.

Vielleicht findest du Abstand, wenn es dir nicht gut geht!
Weine ein wenig, lass die Tränen zu, wenn es nicht gut um dich steht!
Ich wünsche dir, dass du aus deiner Traurigkeit herauskommst
und dass du in deinem Leben einen neuen Anlauf nimmst.

Wenn alles passt, genieß die schöne Zeit,
verschenke ganz viel Liebe - das ist das Beste was es gibt.
Schau, dass du ganz viel davon in deinem Herzen mitnehmen kannst,
damit du damit weit über die Feiertage damit hinüberkommst.

Den meisten von uns geht es heute so gut,
ich finde es richtig, dass man einmal darüber nachdenkt!
Das ist, warum ich noch immer ein richtiger "Fan" von Weihnachten bin,
da machen ausnahmesweise auch einmal "Fake News" auch einen Sinn.