Iwasiedln

Das Bild zum Gedicht

334-iwasiedln
Zusammenfassung
335 Iwasiedln
Gedicht November 2016

vom schwierigen Weg ins Altersheim

Bild Kurt Pikl Acryl 2016
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Da Hansi leb scho long aloa,
wor oiwei fähig, ois soim zun toa,
owa jetz hod’n decht a Schlagl troffen,
is leider fien Hansi nid a so guad g’loffen.

Das Sozialsprengl is an Ufong kemma,
spada ummi miassn si sie decht a Pflege nemma,
hot mid’n Buam long g’red und sie beschliassen,
da Hons weascht decht ins Oitasheim iwasiedln miassen.

Wias soweit is, tuat a a wenk stiedln,
is nid so oafach, vo sein Hoam wecksiedln!
Da Hons huckt voun Büro auf an Plastikstuih,
ma gwoscht, der gonze Stress der is eam zfuih!

Auf oamoi neigt er si auf’d linke Seiten,
die Pflegerin sicht den Schwächeanfoi scho vo weiten,
sie saust hin und richt an Hansi wieda grod,
guad, dass nix passiascht is, sie dawischt’n krod!

Noch an Boisei geht’s wieda los, desmoi nach rechts,
die Pflegerin roast hi, stabilisian mechts,
wieda is ihr die Rettung von Hans gelungen,
da Hons sogg nix – da Gsichtausdruck der is gezwungen!

Des Dianei bleibt hintan Hons zur Sicherheit,
bei die Schuitan heben, des find sie gscheit,
bis da Bua aus’n Büro mit’n Roistuih klimmb,
und den Weg durch’n Gong zun Hons sein Zimma nimmb.

Stumm gengand die zwoa dahi
is oi zwoa nid woih, kammad ma boid vie,
„Tuat’s da hoibwegs?“ frog da Bua.
„Na, mia passt des ois nid, bitte horch ma zua:

I mecht koane Umständ mochen – owa nimm mi in Gott’s Nam wieda mid!
Wei mia g’foids do herinna iwahaupt nid!
Die Regeln, die gegand mir am Nerv,
wei i do herin nid amoi an ondlan Schoass lossen derf!

Beschreibungen und Ausdrücke

Der Hans lebt lange schon alleine,
er war bisher fähig, alles selbst zu tun,
aber jetzt hat ihn doch ein Schlaganfall getroffen,
ist leider für den Hansi nicht so gut gelaufen.

Der Sozialsprengel ist am Anfang gekommen,
später müssen sie sich doch eine Pflege nehmen,
er hat mit seinem Sohn lange gesprochen und sie beschließen,
der Hans wird doch ins Altersheim übersiedeln müssen.

Wie es soweit ist, spielt er doch den Beleidigten,
ist nicht so einfach, von seinem Heim weckzusiedeln!
Da Hans sitzt vor dem Büro auf einen Plastikstuhl,
ma merkt, der ganze Stress der ist im zuviel!

Auf einmal neigt er sich auf die line Seite,
die Pflegerin sieht den Schwächanfall schon von weitem,
sie läuft hin und richtet den Hans wieder gerade,
gut, dass nichts passiert ist, sie hat ihn gerade noch erwischt!

Nach kurzer Zeit geht es wieder los, dieses Mal nach rechts,
die Pflegerin läuft hin, sie möchte ihn stabilisieren,
wieder ist die Rettung vom Hans gelungen,
da Hans sagt nichts, sein Gesichtausdruck der ist gezwungen!

Das Mädchen bleibt hinterm Hans zur Sicherheit,
ihn bei den Schultern zu halten, findet sie gescheit,
bis der Sohn aus dem Büro mit dem Rollstuhl kommt,
und den Weg durch den Gang zum Hans seinem Zimmer nimmt.

Stumm gehen die beiden dahin,
es ist ihnen beiden nicht wohl, kommt mir fast vor,
"Geht's da halbwegs?" fragt der Sohn.
"Nein, mir passt das alles nicht, bitte horch mir zu:

Ich möchte keine Umstände machen, aber nimm mich in Gottes Namen wieder mit!
Weil mir gefällt es da herinnen überhaupt nicht!
Die Regeln, die gehen mir auf die Nerven,
weil ich da herinnen nicht einmal einen richtigen Furz lassen darf!