Philosphisch

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Kuh
Zusammenfassung
05 Philosophisch

eine Betrachtung des Lebens nach einer Betrachtung von Kühen auf der Alm - ein wenig nachdenklich
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Znaggst bin i wieder wondern gonga,
boidst die gonze Wochn huckst, host des Verlonga,
muast net an innan Schweinehund iwawind’n,
dann kust dein Glick am Berg obn find’n.

Wir i so iwan Hiegl aufigeh,
denk i ma – mei hamms die Kia da schee!
Dann’d net a bissei Wiederkoin,
oder dosch und da a Kreidal hoin.

Boid’st liest, was in die Biacha steht,
sand mia die Gscheidn und die Kia san bled.
Mia lernand, das ma frei entscheiden kunnt’n,
i bi ma da nit ganz sicher – i moan des is ois frei dafunnt’n!

Host di entschied’n, dass’d schee gmiatlich geh’st,
a da Fria erst gengga neine aus’n Bett aufsteht’st,
und nacha schaust, woss heit so geit,
aft geh’ i davu aus, dass a da Goidtasch feit.

Host die entschied’n, dass’d buggelst wia nit gscheit,
damit’st da ois leisten kust, wia d’onan Leit,
oft weascht da d’Zeit vermuatlich fein,
die über d’scheen Momente z’gfrein.

Wonn’st des ganz genau nimmst – mia sand nit frei,
do is a gonz gemeiner Schmäh dabei!
Boidst nachdenkst, kimmst sicher drauf, was is verzöh is woar,
mia sand frei, dass ma auswoin, vo was ma unfrei san – ganz kloar!

Wei da Kua neamb sogn ku, wo’d Roas higeht,
wos mit ihr passiert, boid d’Lebensuhr steht.
Sie woas nit, dass a onascht gang, beim Stiern,
drum ku’s a nit bein Tierarzt protestiern.

I woas nit, was denn gescheider war.
Da feschtig denken, des is schwar!
Ob’s gscheit is gscheit’s sein – mit oi di Sorgen,
oder wia die blede Kua, di nix woas vo morgen

Beschreibungen und Ausdrücke

Znaggst = neulich
huckst = sitzt
Hiegl = Hügel
Kia = Kühe
Kreidal = Kräuter
Biacha = Bücher
bled = blöd
gmiatlich = gemütlich
Fria = in der Früh
heit do geit = heute so gibt
Goidtasch = Geldtasche
feit = fehlt
buggelst = hart arbeiten
d'onan = die anderen
Roas = (Lebens-)Reise
onascht = anders
Stiern = bereit für den Stier
feschtig = fertig