Schneerosn

Das Bild zum Gedicht

297 Schneegleggei
Zusammenfassung
297 Schneerosen
Gedicht Mai 2015

aus dem Überschwang einer wunderschönen Wanderung vom Gasthof Bärstatt (Scheffau) über die Steiner Hochalm zur Walleralm, wo jedes Jahr die Schneerosen ein sensationelles Naturschauspiel bieten.
Foto Kurt Pikl
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Dawei obn auf’n Berg no die Schneeföda send
und ma sicht wo die Abfohrt’n mit’n Kunstschnee ochagend,
gwoscht ma rundumandum wia ois aussaschiaßt,
die Bleami aussaspitzeln und wias Gros woxt und spriaßt.

Do is genau die Zeit
wos entlang an Koasa a richtigs Wunda geit!
Muast an Reim homm, muast die Zeit daroden,
a wenk aufs Weda schaugn ku a nit schoden,

foscht mit’n Auto auffi zun Hintastoana See,
und lasst es donn beim Gosthof Bärstatt steh,
a guade Stund auf d’Steiner Hochoim, do biagst donn o,
und nocha an Woid eichi – do siggst es scho!

Links unten da is da Hintastoana See
mit die gonzen blauen Schattierungen – mei is des schee!
Rechts da Scheffauer – mit seiner gonzen Procht,
i sog amoi gornix, wei mi des so demiatig mocht.

Wennst moast, des wors – donn liggst gonz gfeit,
wei’s hi und hi eascht des richtige Wunda geit!
Die Schneeros’n – vo de mecht i da gean vazöhn,
i hoff, Du kust da die gonze Schönheit a so viestöhn!

Die weißen Blia stehn’d zwischen die Lewableami in,
des miassn’s mit’n Paradies gmoant hobm, kimmb mia in Sinn,
i suach noch Worte um de Schönheit zu beschreib’n,
mia foid owa nix Passends ein, i loss oafach bleib’n!

Boids gonz schee is, muast oafach die Pappen hoitn
und die Eindrück in Dein Hirnkastl in koitn,
donkbor sein, dass den Reim host, a Tiroia z’sein,
des Privileg bei ins zun Leben is scho fei!

Die weißen Blia wechseln ins Rosa, dia blian scho lenga,
oda send scho grean und lossen’s Kepfei hänga,
dakugelt mi schiaga, muas oafach nur schaugn
s’Heaschz is weit offen, die Eindrück ei’saugn!

Auf da Walleroim bei ona Jausen a wenk hucken,
dawei is des vaschwitzte Leiwi wieda trucken,
da g’spiascht die wiedaomoi soiwa, mechst an lauden Jucheza toa,
monchmoi is Leben gonz oafach wia i moa.

Beschreibungen und Ausdrücke

Schneefoida = Schneefelder
ochagend = herunter gehen
gwoscht ma = merk man
aussaschiaßt = herauschießt
die Bleami = die Blumen
aussaspitzeln = die Spitzen herausschieben
Koasa = Wilder Kaiser (Gebirgszug)
an Reim homm = Glück haben
die Zeit daroden = den Zeitpunkt erraten/erwischen
aufs Weda schaugn = auf das Wetter schauen
nit schoden = nicht schaden
foscht - fährst
do biagst donn o = da biegst du dann ab
an Woid eichi = in den Wald hinein
do siggst es scho = da siehst du es dann schon
i sog amoi gornix = ich sage einmal garnichts
wei des so demiatig mocht = weil das so demütig macht
donn liggst gonz gfeit = dann liegst du ganz falsch
wei's hi und hi = weil es hin und hin
eascht = erst
geit = gibt
gean vazöhn = gerne erzählen
a so viestöhn = auch so vorstellen
die weißen Blia = die weißen Blüten
Lewableami = Leberblümchen
miassn's mit'n Paradies = müssen sie mit dem Paradies
gmoant hobm = gemeint haben
die Pappen hoitn = den Mund halten, nichts sagen
Hirnkastl koitn = im Gehirn behalten
den Reim host = das Glück hast
a Tiroia = ein Tiroler
dia blian scho lenga = die blühen schon länger
send scho grean = oder sind schon grün
lossen's Kepfei hänga = lassen das Köpfchen hängen
dakugelt mi schiaga = falle/stürze fast hin
s'Heaschz is weit offen = das Herz ist weit offen
a wenk hucken = ein wenig sitzen
vaschwitze Leiwi = verschwitzes T-Shirt
da g'spiascht die = spürst Du dich
wiedaamoi soiwa = wieder einmal selber
an lauden Jucheza = ein lauten Jodler
wiri moan = wie ich meine