S’Johr

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Jahreszeiten
Zusammenfassung
261 S'Johr (Bild Internet)

Gedicht Oktober 2013

ein etwas nachdenkliches Gedicht zu meinem Geburtstag
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Ma gwoschtz, da Herbst geht longsam z’End,
wei die Berg des easchte Moi u’zuggat send.
Die Blatt’n liegn brau und zwuzzelt auf da Stroß,
es is die mehra Wei newig oda noß.

An Fruahjohr drucken si die Pflanzln durch die Erd,
die Bam bliand, schee wia  d’Wiesn grea werd,
a Kompf um den besten Platz, an Summ vastrahn,
d’Natur schaugg, dass gnuag Bienen und Käfal ummawahn.

An Summa weascht gmodat, s’Getreide g’eant,
ma muass schauggn, dass die Vorrät aufg’fühd weant.
Hoas is, es send vüh Insekten umma,
i mog’n eigentlich nit so gean den Summa!

An Herrest, do is richtig fei!
S’Obst weascht reif, s’Hei bringst ein.
Die Sicht is kloar, die Hitz losst noch,
es is weniger hektisch, weniger Tschoch.

Boidst reimig bist, kust zruggschaugn in Zufriedenheit,
a wenk lugglossen is donn gscheit!
Boidst nit ois dareicht host, bist sicher nit so froh,
kust owa nix mehr aufhoin – dann is hoit so!

D’Staudn zommbinden, s’Wossa o’drahn,
auf’n Winta richten, boid d’Wind kötta wahn,
an Ofen einhoazn, a bissei Lesen,
es is schee, boidst sogn kust: Es is a schees Jahrl gwesen!

An Winta rodln, Schifohn, a wenk Spaziangeh,
so a Wintalondschoft is ja wirklich wundaschee!
I mog an Winta gean, a scheene Zeit!
Owa irgendwann is ma froh, dass wieda a Fruajohr geit!

So schliasst sie da Kreis vo mein Gedicht,
is ja fast gleich wia a Menschenlebn, die Gschicht:
Leana, aufbaun, ernten und a wenk staada lebn,
schee waas, tat’s noch’n Winta wieda a Fruahjohr gebn!

Beschreibungen und Ausdrücke

ma gwoschtz = man bemerkt es
easchte Moi = das erste Mal
u'zuggat send = angezuckert sind (Schnee)
zwuzzelt = zerknittert
auf das Stroß = auf der Straße
die mehra Wei = die meiste Zeit
newig oda noß = neblig oder naß
Bam bliand = Bäume blühen
schee wia = schön wie
grea werd = grün wird
an Summ vastrahn = den Samen verstreuen
Käfal = Käfer
ummawahn = herum sind, verfügbar sind
gmodat = Heu geerntet, gemäht
g'eant = geerntet
aufg'fühd weand = aufgefüllt werden
hoas is = es ist heiß
Herrest = Herbst
Tschoch = Mühe
boidst reimig bist = wenn du Glück hast
zruggschaugn = zurückschauen
lugglassen = nachlassen, rasten
boidst = wenn du
kust owa nix = kannst aber nichts mehr
o'drahn = abdrehen (Leitungen winterfest machen)
d'Wind kötta wahn = die Winde kälter wehen
leana = lernen
a wenk staada = ein wenig ruhiger
schee waas = schön wäre es