Stoamandl

Das Bild zum Gedicht

Stoamandl
Zusammenfassung
180 Stoamandl 2010

Überlegungen zur Erziehung und dem Erhalt der Individualität
Zum Vorlesen hier klicken!

Beim Spazierngeh durch die Griasbachklamm
bewundere i Stoanmandl, die vou mir oa zammgstöht hamm.
Jed’s fie sich a Kunstwerk und schee zun Schaun,
i denk ma, des mext kina, sowas zun Bauen!

Wia i so stehenbleib und des betrocht,
hu i ma so meine Gedanken gmocht.
Boids Kinda host und die Verantwortung trogst,
denkst ja oiwei wieder nach, damit‘s koane Fehler mochst!

A jeda Mensch hot vaschiedene Anlagen – guad und schlecht,
wobei i des go nit so streng beurteilen mecht!
Wos der oa schlecht nennt, is fie an ondan guat,
je nachdem, vo wöcha Seiten ma des betrachten tuat.

Die Kunst is – wia bei dem Stoamandl die Stoa –
des Wesen nicht zommschleifen – nur so iwranond toa,
doscht und da wenk naggeln und justieren,
die Ausbuchtunga mit die Lecha zusammenfiahrn.

Dem jungen Menschen sei Individualität schenken
und den Stoanahaufen vorsichtig so hi lenken,
dass a schlussendlich fest auf dem Erdenboden steht,
die Ecken und Kanten lossen – i moa, dass aso geht.

Beschreibungen und Ausdrücke

oa zammgstöht hamm = jemand zusammen gestellt hat
mext kina = würde ich gerne können
oiwei = immer
ondan = anderen
iwranond toa = übereinander tun
doscht und da = dort und da
wenk = ein wenig
naggeln = rütteln
Lecha = Löcher