Die Schöpfung
Danaxt semma auf’n Wüdseeloder gonga.
Wia i die Berg und an See gsechen hu, hu i as Trochtn ugfonga,
i hu ma iwalegg, wia’s gwen sein kunnt – vor Milliarden Johr,
wia bei ins no a groassa Dreckhaufen wor!
Irgendwer hot si des ja ois scho dazumoi ausdadenkt
und hot ins des ois amoi ois Vamächtnis gschenkt:
Die Berg, die Seen, die Bleami und die Bam,
dafie muas an Plan gebn hom – ma glabb‘s jo kam!
Die Bagger worn doscht no nit dafunten,
des hoast, der Herrgott hot sie des ois mit seine Händ daschunten!
Hot von Meer unt des gonze Zeug zu ins auffagschobn
und damit*s Deutschland a flach wearscht, a no den Dreck vo obn.
Er woit si ja soim a poor Hoifa mochen
und an Adam kloona – ja, des is nit zun Lochen!
Hot’s owa verpfuscht – is a Weiwaleit draus won im Paradies
und dia zwoa hommb sie was Bessers g‘wisst wia‘s barawan – des is gwies!
Er hot nocha die Elefanten g‘mocht, des Wossa ins Meer eing‘fühd,
an Himmi obn Stern und Mond auffipickt – scho a schees Büd!
An Grossen und Ganzen und trotz der gonzen Hudlerei,
wor jo eigentlich gonz wenk Pfusch dabei!
Sicher, die Goisn und die Brem hät a si sporn kinna,
mit die Dinosauria wor ja a koa Schönheitspreis zun gwinna!
Die Bam, die Bleami, owa a vü scheene Viecha send ummagloffen,
owa bei de Berg hot a si schon soiwa iwatroffen!
Noch’n Samstag woit a amoi a Rastei mochen,
er wor saumiad und g‘stresst – es wor nit zun Lochen!
Ois alloa z‘toa is zach – selbst vi an Gott,
dawei gang’s mit anedla Handlonger ois so flott!
Nocha hot’s eam s’renga u‘gfong – wos sog i – es hod gossen!
S’Wossa is eam iwa d’weissen Hoor und iwan Boscht ochag‘schossen,
so is a patschelnoss auf an groassen Stoanahaufen g‘sessen,
hot jo nit amoi a Oimhittn khobb – auf de hod a gonz vergessen!
An galing reißt’s auf – des Wossa sammid si zu an See, da Blumenduft,
die Gams, s’Moos, die Woiknfetzen, die sauware Luft!
Da denkt a si, den Haufen hoass i Tiroi und loss’n so wiar a is,
no scheena wia des do is, bring is nid z‘omm – des is gonz gwies!
Boid des ois vorbei is, geh i genau do in die Renten
und bau ma a kloas Hittei – glei do enten!
Do schaug i die Kia bein Grosen zua,
do herobn find i sicher die sprichwörtliche „heilige Rua“!
Boidst bei ins auf die Berg d’Augen zuamochst und gonz stad bist,
nocha gspiast’d es – er is no oiwei da – der himmlische Pensionist!
Zusammenfassung
74 Die Schöpfung
meine Interpretation der Genisis - auch in Dankbarkeit in einem so schönen Land leben zu dürfen
(Wildseeloder ist ein Bergsee bei Fieberbrunn in Tirol)
Type: nett, philosophisch
Beschreibungen und Ausdrücke
Neulich sind wir auf den Wildseeloder gegangen.
Wie ich die Berge und den See gesehen habe, habe ich zum Nachdenken angefangen,
ich habe mir überlegt, wie es gewesen sein könnte, vor Milliarden Jahren,
wie bei uns noch ein großer Dreckhaufen war!
Irgendwer hat sich das ja alles schon dazumal ausgedacht
und hat uns das alles einmal als Vermächtnis geschenkt:
Die Berge, die Seen, die Blumen und die Bäume,
dafür muss es einen Plan gegeben haben - man kann es ja fast nicht glauben!
Die Bagger waren damals noch nicht erfunden,
das heißt, der Herrgott hat sich das alles mit seinen Händen er schunden!
Hat vom Meer unten das ganze Zeug zu uns herauf geschoben
und damit es in Deutschland auch flach wird, auch noch den Dreck von oben.
Er wollte sich ja selber ein paar Helfer machen
und den Adam klonen - ja, das ist nicht zum Lachen!
Hat es aber verpfuscht - ist eine Frau daraus geworden im Paradies
und die beiden haben sich was Besseres gewusst, als das Arbeiten - das ist gewiss!
Er hat dann die Elefanten gemacht, das Wasser ins Meer gefüllt,
am Himmel oben Sterne und Mond hinauf geklebt - schon ein schönes Bild!
Im Großen und Ganzen und trotz der ganzen Hudelei,
war ja eigentlich ganz wenig Pfusch dabei!
Sicher, die Gelsen und die Bremsen hätte er sich sparen können,
mit den Dinosauriern war ja auch kein Schönheitspreis zu gewinnen!
Die Bäume, die Blumen, aber auch viele schöne Tiere sind herumgelaufen,
aber bei den Bergen hat er sich schon selber übertroffen!
Nach dem Samstag wollte er einmal eine Pause machen,
er war müde und gestresst - es war nicht zum Lachen!
Alles alleine zu machen ist schwer - selbst für einen Gott,
es ginge doch mit ein paar Handlanger alles so flott!
Dann hat es ihm zu regnen angefangen - was sage ich - es hat gegossen!
Das Wasser ist ihm über die weißen Haare und über den Bart heruntergeschossen,
so ist er patschenass auf einem großen Steinhaufen gesessen,
hat ja nicht einmal eine Almhütte gehabt - auf die hat er ganz vergessen!
Auf einmal reißt das Wetter auf - das Wasser sammelt sich zu einem See, der Blumenduft,
die Gämsen, das Moos, die Wolkenfetzen, die saubere Luft!
Da denkt er sich, den Haufen heiße ich Tirol und lasse so wie er ist,
noch schöner wie das da ist, bringe ich es nicht zusammen - das ist sicher!
Wenn das hier alles vorbei ist, gehe ich da in die Rente
und bau mir eine kleine Hütte - gleich da drüben!
Da schaue ich den Kühen beim Grasen zu,
da heroben finde ich sicher die sprichwörtliche "heilige Ruhe!"
Wenn du bei uns auf den Bergen die Augen zumachst und ganz still bist,
dann spürst du es - er ist immer noch da - der himmlische Pensionist!