Seltene Bergen

568 seltene Bergen

Jo Mannei, warum schaugg’st denn so traurig drei?
Sand da die Tränen ausgonga, ku des scho sei?
Wo is die Mama? Is die Papa nimma umma?
Tand’s na nix in dei laar’s Schissei, leg da neamb an Orm umma?

Waa des dei Schui g’wen? Do hint wo die Bagger send,
wo die Leichen ummaliegn, ma koane Heisa mehr kennt?
Dia gonzen traurigen Miata und Kinda brechen mia’s Heaschz,
iwaroi nua Elend, Tränen, Hunga und gonz vüh Schmeaschz.

Owa dafie geits iwaroi die Raubritter, de si’s richten,
dahoam in die Paläste die Goidbarren aufschlichten,
mit Öl, Gas, Goid und onare Sochen guad vadean,
die Sklaven schuften lossen, dawei si oiwei reicha wean!

Frauen und Kinda buddeln in Lecha noch den „seltenen Ean“,
damit die U’Schoffa oiwei reicha und reicha wean,
mia kriang a den Hois vo dem gonzen Zoig nid voi
und find’n insan Lebensstandard auf eanare Kosten toi!

Wonn si bei die U‘Schoffa die Lebenerwartung u’gleichat
und dass – wia in der 3. Woid – fie vüh weniger Jahr’l reichat,
donn kriagat ma vielleicht wieder an Frieden auf insan Planet‘n,
boid ma dia Spinna sauber aufg’reiht in die Urnen hätt‘n!

I bin hoit froh, dass bei ins nix zun Hoien geit!
Dass deswegen vo die Raubritter a des Interesse feit!
Insa wundaschee’s Lond kinnands nid o’bauen,
sie kinnand nur auf insare „seltenen Bergen“ schauen!

Wia die Sun a da Friah aufgeht, die scheen Wassal rinnand
und – boid’s nid z’faui send – a vo an Gipfi ochaschaugn kinnand,
an Koasa kinnand’s nid eipocken und woonasch aufbauen,
do hüft des gonze Goid und Göd nid, kinnand a nua schauen!

Pass ma auf, dass des no long so schee bleib!
Drah ma insan Konsum z’rugg, der den schlechten Weg u‘treib,
damit insare Kinda nid a amoi dostehn’d mit laare Händ,
so wia ma des aus der gonzen Woid aus’n Fernsehn kennt!

Zusammenfassung

568 "Seltenen Bergen"
Gedicht Monat Dezember 2026

traurige und wütende Gedanken, wenn ich auf das Elend auf der ganzen Welt schauen muss

Type: nachdenklich

Beschreibungen und Ausdrücke

Ja, lieber Bub, warum schaust du so traurig?
Sind dir die Tränen ausgegangen, kann das schon sein?
Wo ist die Mama? Ist der Papa nicht mehr da?
Geben sie dir nichts in deine leere Schüssel, legt dir niemand einen Arm herum?

Wäre das deine Schule gewesen? Da hinten wo die Bagger sind,
wo die Leichen herumliegen, man keine Häuser mehr erkennt?
Die ganzen traurigen Mütter und die Kinder brechen mir das Herz,
überall nur Elend, Tränen, Hunger und ganz viel Schmerz.

Aber dafür gibt es überall die Raubritter, die es sich richten,
zu Hause in den Palästen die Goldbarren auf schlichten,
mit Öl, Gas, Gold und anderen Sachen gut verdienen,
die Sklaven schuften lassen, während sie immer reicher werden!

Frauen und Kinder buddeln in Löchern nach den "seltenen Erden",
damit die Anschaffer immer reicher und reicher werden,
wir bekommen auch den Hals von dem ganzen Zeug nicht voll
und finden unseren Lebensstandard auf ihre Kosten toll!

Wenn sich bei den Anschaffern die Lebenserwartung angleichen würde
und dass es - wie in der 3. Welt - für viel weniger Jahre reichen würde,
dann würden wir vielleicht wieder Frieden auf unserem Planeten bekommen,
wenn wir die Spinner sauber aufgereiht in den Urnen hätten!

Ich bin halt froh, dass es bei uns nichts zum Holen gibt!
Dass deswegen von den Raubrittern auch das Interesse fehlt!
Unser wunderschönes Land können sie nicht abbauen,
sie können nur auf unsere "seltenen Bergen" schauen!

Wie die Sonne in der Früh aufgeht, die schönen Bäche fließen
und - wenn sie nicht zu faul dafür sind - auch von den Gipfeln herunterschauen können,
den Kaiser können sie nicht einpacken und wo anders aufbauen,
da hilft das ganze Gold und Geld nicht, können auch nur schauen!

Passen wir auf, dass es noch lange so schön bleibt!
Drehen wir unseren Konsum zurück, der den schlechten Weg antreibt,
damit unsere Kinder nicht auch einmal dastehen mit leeren Händen,
so wie wir das aus der ganzen Welt aus dem Fernsehen kennen!