Da Stammtisch

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Proseco
Zusammenfassung
12 Da Stammtisch

über die neue Rolle der Frauen
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Die Zeit’n ändern si – es is schon g’stiascht ,
auf oamoi sand die Weiwaleit emanzipiascht!
Mia Manda dischkudier’n bei a poor Bier,
wia ma d‘Woit rett’n bis in da Fria.

Auf oamoi bütt’n si Weiberleit ein,
dass des vielleicht a fie se waar fein!
Bein Kirchenwirscht hommb sie si jeden Mittwoch troffen,
sie sogn „Kaffeekränzchen“ – dawei weascht genau so g’soffen!

Oamoi – es wor schon ganz in da Fria,
noggeln die Lisi und die Resi vor die Gasthaustir.
A G’lachter homm’s und oi zwoa a Tschinneu’n,
a Mettn moachn’s – der Nachbarhund fong u zun beu’n.

Nach an Boisei plog die Lis a Druck,
sie lallt gonz stad zur Resi z’ruck:
„I muass jetz gach an Woid eichi zisch’n,
woas owa nit, mit was soid i mein Osch o’wisch’n?“

Die Resi hot a guade Idee parat:
„Nimm oafach a Bischl Moos – und schlein di, sist is’s zspat!“
Eichi an Woid, ois aussa was so druckt,
in ihr’n Sarm hätt si si boid a die Brennessl ghuckt!

Dauascht nid long, geht’s bei da Lisi los!
„Wo soid i higeh, muas weidatoa, siest geht’s in d’Hos!“
„Schnoi – hinter da Friedhofsmauer siecht die koana!
Do kust di vastecken hinter die schwoschzen Stoana“.

An naxten Tag – die Sun scheint schee,
treffn sie Sepp und Wast bein Togwerch geh.
Da Sepp is da Mann vo da Resi, dem Wast keascht Lis,
ma gwoschts, das a furchtbar aufg’reg is!

„I mecht oamoi wissen, was die Weibernleit treib’n,
boid’s die ganze Nacht an Wiaschzhaus bleib’n!
D’Meinig schliaft in ihrn Sarm aus ihrer Hos,
was find i drin – a Bischl Moos!!”

„Des is no gor nix“, sog da Sepp – „los ma guat zua -,
i bin gonz aus’n Heisl, i find koa Rua!
Nemman Bett lieg d’Unterhos– i schau no hi ,
hot’s a Schleifn drinn: „In Dankbarkeit die Schützenkompanie!“

Beschreibungen und Ausdrücke

Die Zeiten ändern sich - es ist schon interessant,
auf einmal sind die Frauen emanzipiert!
Wir Männer diskutieren bei ein paar Bier,
wie wir die Welt retten bis in die Früh.

Auf einmal bilden sich die Frauen ein,
dass das vielleicht auf für sie fein wäre!
Beim Kirchenwirt haben sie sich jeden Mittwoch getroffen,
sie sgaen "Kaffeekränzchen" - dabei wird aber genau so gesoffen!

Einmal - es war schon ganz in der Früh,
wackeln die Lisi und die Resi vor die Gasthaustüre.
Ein Gelächter haben sie und beiden einen Rausch,
einen Lärm machen sie und der Nachbarshund beginnt zu bellen.

Nach einer Weile plagt die Lisi ein Druck,
sie lallt ganz leise zur Resi zurück:
"Ich muss jetzt rasch in den Wald hinein zischen,
was aber nicht, mit was ich meinen Hintern abwischen soll?"

Die Resi hat eine gute Idee parat:
"Nimm einfach ein Büschel Moos - und beeil dich, sonst ist es zu spät!
Hinein in den Wald, heraus was drückt,
in ihrem Rausch hätte sie sich fast in die Brennessel gesetzt!

Es dauert nicht lange, geht es bei der Lisi los!
"Wo soll ich hingehen, muss mich beeilen sonst geht es in die Hose!"
"Schnell - hinter der Friedhofsmauer sieht die keiner!
Da kannst du dich verstecken hinter den schwarzen Steinen".

Am nächsten Tag - die Sonne scheint schön,
treffen sich der Sepp und der Wast beim In-die-Arbeit-gehen.
Das Sepp ist der Mann von der Resi, die Lisi gehört zu Wast,
man merkt, dass er furchtbar aufgeregt ist!

"Ich möchte wissen, was die Frauen treiben,
wann sie die ganze Nacht im Wirtshaus bleiben!
Die Meinige schlieft in ihrem Rausch aus ihrer Hose,
was finde ich drinnen - ein Büschel Moos!!"

"Das ist noch garnichts", sagt der Sepp - "horch mir gut zu,
ich bin ganz aus dem Häuschen, ich finde keine Ruhe!
Neben dem Bett liegt die Unterhose - ich schau noch hin -
hat sie eine Schleife drinnen: "In Dankbarkeit die Schützenkompanie!"