Die 15 Nothelfer

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Nothelfer
Zusammenfassung
24 die 15 Nothelfer

ein Witz als Gedicht
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Die Pfarrkirchtir is aus schwarem Hoiz,
sie is von Pfarrer sei ganze Stoiz.
D’kloa Franzei druckt si fest dagegen – es is a Tschoch
und trotzdem gibt des Luada nit fü noch.
 
Da kimmt da Herr Pfarrer vom Friedhof umma
und sicht an Franzei mit sein Kumma:
„Mechst eichi – Mitnannt weascht’s woi gelinga,
mitnand wea ma woi die Tir aufbringa!“

Wia’s in send, frog der Franzei mit groasse Augn:
„Herr Pfarra, i tat so gern die Heiligen schaun“.
„Kimm Biawei, i geh mit dir – zoag da was geit“,
da kloan Franzei hat damit a gresste Freid.
 
„Die Heiligen toan fi ins Fürbitten bein Herrn,
damit ins besser geht und dass ma wieder gsinder wern.
I meacht sie dir jetzt erklärn – am besten nach’n Alphabet,
damit ma nit durchanand kemma – i glab dass so an Besten geht.“
 
„Boid’st Todesangst hast oder a ausweglose Lag,
di nit guat füh’st , wann’st Kopfweh hast oder a Plag,
brauchst den Achatius – der mit dem Kranz voi Dorn,
des ist der Soldat do obn – rechts vorn“.
 
„Der was mit’n Pfeil durchboascht und mit der Hirschkua oben steht,
is der Agidius – zu dem ma fir a guate Beicht’n geht!“
Da Franzei horcht voi Ehrfurcht zua,
Sog leis: „Grias di Heiliger Agidus“ – der brave Bua!

„Die Barbara is guat bekannt,
die Bergleit hommb fü Stoin nach ihr benannt“.
„A Sprichei hoaßt: Send Knospen an St.Barbara,
send zun Christfest dann die Bliatn da“.
 
„Da Blasius hüft, wannst Hoisweh hast,
boid der Bauch zwickt – damit’st a Pfischzei lasst.
Des is der mit’n Schweinskopf und dem Hechelkamm,
 boid i Zahnweh hu, bet i zu eam – guat das man hamm!“

„Den Christophorus kennt a jedes Kind,
 sei Figur ma fast auf jeder Bruggn find.
 Der Riese doscht, mit dem kloan Kind hint obn,
 den dann’d die Reisenden und die Fuhrleit lobn“.
 
 Beim Cyriacus hot Franzei net nit ois kapiert,
 koan Wunda, das ma bei den Haufn Nom den Fadn verliert!
 Krod dass er a Exorzismus-Biachi trog,
 der Franzei zu eam oafach „Pfiati heiliger Cyiracus“ sog.

 „Zun Dionysius muast betn, wanns mit Kopf was geit“.
 Da Franzei denkt si – des muast da merken, wei des is scheit.
 Owa da kunn’t die ja koan Kopfweh plogn,
 boid’st da so wiar eam den Schädl ochaschlogn!
 
 Von Erasmus mit der Soiwind und mit’n Kessei an da Hand,
 verzöht eam der Pfarra so oiahand.
 Beim Eustachius mit’n Hirsch und dem Gsicht von Herrn Jesus im Geweih
 is er mit die Gedanken schon nimma recht dabei.
 
 Von Georg, der die Gschick von die Haustiere lenkt,
 geht’s weida zur Katarina, wo Franzei auf’d Muata aufdenkt.
 Sie  soid bei ona schwaren Zung hoifn und wenn bei da Sprach ebbas
                            nit stimmb,
 des war a diam krecht, wann da Votta von Wiaschzhaus hoam kimmb.
 
 Bei da Margareta hot Franzei gmoant, dass um’d Oma geht!
 Wei die Heilige ja mit an Drachen om steht!
 Er heascht ja oiwei, wia da Dat bei da Schwiegermuatta von
             „insan Drachen“ red,
 die vertragn si nicht recht – is scho a Gfret!

 Fin Franzei weaschtz zfü – frog an Pfarrer „Homma no weit?“
 „I versteh nimma ois, kapier nit was geit!“
 „Na – zwoa homma no – nachand sand di vierschzen Nothoifa voi –
 reiss die no oamoi zamm – des dapack’n mia Zwoa woi!“
 
 Da Franzei mecht a di Heiligen no schee toan,
 er is a vif‘s Mandl – oba hoid no recht kloan,
 drum winkt a die Heiligen schee freindlich zua,
 de soin sie ruhig denken „des is a netta Bua“.
 
 Von Pantaleon mit der Soibnbix und dem Nagel in der Hand,
 der ganz hint ent obn steht – schräg zu da Wand,
 verzöht der Herr Pfarrer über Dokta, Hebamm und Heischreckenplag
 und dass de bei ins nimma gibt – heit zu Tag.
 
 Beim Veit – der wos mit’n Kachei obn steht,
 soid eigentlich a Ölkessei sei – is owa kloan g‘rodn, und des is bled!
 Owa trotzdem hoast’s „heiliger Sankt Veit – weck mi nit spat –
 damit i nit in’s Bett soachen tat“.
 
 „Dank schee Herr Pfarrer, jetz bi i fü gscheida“
 owa jetz muass i hoam – i muas wieda weida“
 taucht an Finger in Weichbrunn, tuat a Kreiz aufimoin,
 ja – des war jetz bärig – des hot eam jetz gfoin!
 
 Da Dechant an Beichtstui is neigrig woas geit –
 er schiab an Vorhang von Beichtstui auf’s Seit,
 da Franzl auf oimaoi links ummi rennt:
 „Griaßt di heiliger Kasperl, die hu i glei kennt!“

Beschreibungen und Ausdrücke

Tschoch = schwere Arbeit
Luada = Schimpfwort (Luder)
Biawei = Bübchen
Doun = Dornen
Stoin = Bergwerksstollen
Bliatn = Büten (Kirschblüten)
Pfischzei = Furz/Wind (Flatus)
Bruggn = Brücke
Nom = Namen
Biachi = Büchlein
Pfiati = auf Wiedersehen (behüt Dich Gott)
plogn = plagen
Schädel ochaschlogn = Köpfen
Soiwind = Seilwinde
Kessei = Kessel
verzöht = erzählt
oiahand = allerhand
Muata = Mutter
a diam krecht = manchmal recht
Votta = Vater
Wiaschzhaus = Wirtshaus
hoam kimmb = heimkommt
Dat = Vater
Gfret = ein Leiden
vierschzen Nothoifa = 14 Nothelfer
schee toan = einschmeicheln
Soibnbix = Salbenbüchse
Kachei = Nachtopf
soachen = urinieren