Erbhof

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353 Erbhof
Zusammenfassung
353 Erbhof
Gedicht September 2017

Wir lieben unsere Traditionen und ehren was ehrwürdig ist

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Am Hohenfrautog wor’s endlich soweit,
dass fien Huwabauern die Anerkennung zum Erbhof geit!
Die Landeshäuptling worn do vo die zwoa Tiroi,
da Festsoi im Landhaus wor mid lauta Prominenten voi,

is  jo schee, dass mia so Traditionen ehrn
und nid so schnoilewig wia iwaroi onaschtwo wean!
An Hof iwa 200 Johr in da Familie weidagebn
des is scho wos Bsunas in an Bauernlebn!

Noch da Ehrung lod da Huwa-Lois zu ona Feia ei,
sei Familie, die Schützenkollegen und da Pforra send dabei,
a Schnitzei, a poor Glasl Wei und Bia weascht serviascht,
es weand a poor Reden g’schwunga und es weascht gratuliascht.

Dass hoscht is, an kloan Hof zun fian,
wei ma hoid die riesigen Landwirtschoftsfabriken g’spian,
dass die Bauern schaugn miassen, dass den Hof dahoitn
und dass nid oafach is, die Soch fie die nexte Generation zun koitn!

„7 Generationen schaugn ma jetz auf’s Viech und Hoiz
i muas sogn, die Ehrung heit mocht mi scho stoiz,
insa Wasti geht schon in die Weitau
dass a mit Gottes Gnod weidamocht wiss mia genau!“

„Do bi i mir nid so sicher, ob i des schaff!“ sogg Schuasta-Lois,
nochdem er si des ois u’gkead hod a Bois:
„Des mit die billigen Schuach weascht oiwei schlimma,
i moa, die nexte Generation vo Schuasta pockt des nimma!“

Da Pforra wirft dosch und do a Bemerkungen ein,
die Meinung vo so an G’studiaschtn is ja fein,
es kimmb an fie, dass a mit mit die gfoitna Händ sinniascht
und offensichtlich mit sein Chef Dialoge fiascht:

„I muas sogen, dass mia in ois Pforra leichta tand,
wofür mia insan Herrgott natürlich donkbor sand!
Mei Bua, da Benedikt is im letzten Johr vom Priesterseminar,
so dass er donn scho in vierter Generation a Pforra war!“

Beschreibungen und Ausdrücke

Am Hohenfrautag (Maria Himmelfahrt 15. August) war es endlich soweit,
dass es für den Huberbauern die Anerkennung zum Erbhof gibt!
Die Landeshauptleute waren da von den beiden Tirol (Südtirol, Nordtirol)
der Festsaal im Landhaus war mit lauter Prominenten voll,

es ist ja schön, dass wir die Traditionen ehren
und nicht so schnelllebig wie überall anders werden!
Einen Hof über 200 Jahre in der Familie weitergeben
das ist schon was Besonderes in einem Bauernleben!

Nach der Ehrung läd der Huber-Lois zu einer Feier ein,
seine Familie, die Schützenkollegen und der Pfarrer sind dabei,
ein Schnitzerl, ein paar Glasl Wein und Bier wird serviert,
es werden ein paar Reden geschwungen und es wird gratuliert.

Dass es schwer ist, einen kleine Hof zu führen,
weil wir halt die riesigen Landwirtschaftsfabriken spüren.
dass die Bauern schauen müssen, dass sie den Hof erhalten
und dass es nicht einfach ist, die Sache für die nächste Generation zu behalten.

"7 Generationen schauen wir nun schon auf Vieh und Holz,
ich muss sagen, die Ehrung heute macht mich schon stolz,
unser Wasti (Sebastian) geht schon in die Weitau (Landwirtschaftsschule)
dass er mit Gottes Gnade weitermachen wird, wissen wir genau!"

"Da bin ich mir nicht so sicher, ob ich das schaffe!" sagt der Schuster-Lois,
nachdem er sich das alles angehört hat eine Weile:
"Das mit den billigen Schuhen wird immer noch schlimmer,
ich glaube die nächste Generation von Schustern wird das nicht mehr schaffen!"

Der Pfarrer wirft dort und da eine Bemerkung ein,
die Meinung von einem Studierten ist ja fein,
es kommt einen vor, dass er mit den gefalteten Händen sinniert
und offensichtlich mit seinem Chef Dialoge führt:

"Ich muss sagen, dass wir uns als Pfarrer leichter tun,
wofür wir unserem Herrgott natürlich dankbar sind!
Mein Sohn, der Benedikt ist im letzten Jahr vom Priesterseminar,
so dass er dann schon in vierter Generation ein Pfarrer wäre!"