Ferienzeit

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354 Ferienzeit
Zusammenfassung
354 Ferienzeit
Gedicht für den Monat September 2017

von der Freude, eine gemeinsame Zeit verbringen zu dürfen


Foto Kurt Pikl
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Die Ferienzeit is Enkeizeit,
in der’s fien Opa a Gaudi geit.
Mei Enkei is zehne und kimmb aus Wean,
is a G’stiaschte, i mog sie richtig gean.

Warum mia ins auf da Strossen oi griaßen, des is die Frog.
I erklär ihr des „Griaß di“ und „Griaß enk“ und sog:
„Boid du freindlich bist, donn kus leicht sei,
dass da onare a freindlich is, des is decht fei!

Sei Heaschtz aufmochen, in d’Augen schaun,
aufanond eingeh, des muasst da traun,
nid auf’s Handy goffen, wieda d’Woid wohrnehma!
Loss die Eindrück wieder auf die zuakemma!

Granggln kosten, Moosbee brocken,
oda oafach amoi auf an Bankei hocken,
a da Klomm in Stoamandln bauen,
oder oafach des Bachei mit die Stoa aufstauen,

die Schmettaling zuaschauen, amoi dreckig wean,
die Vegei im Woid bein Singa zuahean,
oda gornix toa, auf’n Bankei zommrucken,
a wenk Longweile zualossen, oafach nur hucken!

Die Bachei beobochten, wias iwa die Stoa ocharinna,
vazöhn, dass ma’s Wossa bei ins no trinken kinna.“
Iwa d’Natur und an Frieden reden, damit’s vasteht,
das ma wos dafie toan miassen, dass nid vo soiwa geht.

Boid’s mein Hond fest hebb, boid ma a Drimmi gehn’d,
und i g’wohr, dass ma im Heaschz vabunden send,
is des woi des scheenste wos fien Opa geit,
do weascht ma gonz worm, des is so a Freid!

I schlint des Scheene bei ins oichi, i muas schiaga speiben!
Auf die Berg auffigeh und obn stehenbleiben,
insa Tiroi dalabb ins an Woihstond, so a schees Leben:
Des tat i mein kloan Menschei gean weidageben!

Beschreibungen und Ausdrücke

Ferienzeit ist Enkelzeit,
in der es für den Opa viel Spaß gibt.
Mein Enkerl ist zehn und kommt aus Wien,
sie ist eine sehr Nette, ich mag sie richtig gerne.

Warum wir uns auf der Straße alle grüßen, das ist die Frage.
Ich erkläre ihr das "Grüß dich" und "Grüß euch" und sage:
"Wenn du freundlich bist, dann kann es leicht sein,
dass der andere auch freundlich ist, das ist doch fein!

Sein Herz aufmachen, in die Augen schauen,
aufeinander zugehen, das musst du dich trauen,
nicht auf das Handy gaffen, wieder die Welt wahrnehmen!
Lass die Eindrücke wieder auf dich zukommen!

Preiselbeeren kosten, Heidelbeeren pflücken,
oder einfach einmal auf einem Bankerl sitzen,
in der Klamm drinnen Steinmandl bauen,
oder einfach das Bächlein mit den Steinen aufstauen,

den Schmetterlingen zuschauen, einmal schmutzig werden,
den Vögeln im Wald beim Singen zuhören,
oder garnichts machen, auf der Bank zusammenrücken,
ein wenig Langeweile zulassen, einfach nur sitzen!

Die Bächlein beobachten, wie sie über die Steine rinnen,
erzählen, dass wir das Wasser bei uns noch trinken können."
Über die Natur und den Frieden reden, damit sie es versteht,
dass wir etwas dafür tun müssen, dass das nicht von selber geht.

Wenn sie meine Hand fest hält, wenn wir ein Stück gehen,
und ich merke, dass wir im Herzen verbunden sind,
ist das wohl das schönste, was es für den Opa gibt,
da wird mir ganz warm, das ist so eine Freude!

Ich schlinge das Schöne bei uns hinein, ich muss fast brechen!
Auf die Berge hinauf gehen und oben stehenbleiben,
unser Tirol erlaubt uns einen Wohlstand, so ein schönes Leben:
Das würde ich meinem kleinen "Menschlein" gerne weitergeben!