Hoiz

Das Bild zum Gedicht

330 Hoiz
Zusammenfassung
330 Hoiz
Gedicht Oktober 2016

das Gedicht wurde für die "Sommerfrische" des ORF im Holzmuseum Auffach gemacht
Bild Stube Bauernhausmuseum Hinterobernau Kitzbühel (wo ich ein wenig engagiert bin)
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Hoiz is wia insare Berg a Gschenk,
wos ins da Herrgott mitgebn hod, wia i ma denk.
Die Baam send schee zu jeder Zeit
und nützlich, weis a Hoiz o’geit.

Fie’n Dachstuih Boiken, fie d’Schoiung Breda,
de schützen’s Haus bei jedem Wetta,
aus’n fein Hoiz kinna ma die Möwi mochen,
a Bettstod, Besenstüh und a ondare Sochen.

Boid i so vor an oidn Bauernhaus steh,
oda in a scheene Bauernstubn eichigeh,
weascht’z worm um Heaschz, des is a Gfüh,
vo Geborgenheit – Hoamat boid ma so wüh!

Des oide Hoiz weascht mit da Zeit,
oiwei scheena – is wia bei ins Mandaleit!
Nid perfekt, nit glott wia Beton und Glos,
ma sicht hoid, der hod g’lebb – des hod scho wos!

A Hoizschissl, a Salatb’steck oda a Instrument,
an kunstvoin Schrod, an dem ma an guadn Zimmara kennt,
a Pinzgazaun, des Hoiz schee voun Haus aufzoand,
da woast, wos ma mit „vüh Hoiz vou da Hittn“ moand!

Mia soid’n aufpassen wo’s ma so in die Gegend stöhn,
boid ma a weidahin so scheene Dörfa wöhn,
die Liftheisl ohne Viedoch, ois betoniascht,
i woas nid, wohi ins des in da Zukunft fiascht!

Ob’s dia Heisa in a poor hunnascht Johr no geit,
i fircht grob, dass do scho vüh frira feit!
Drum war’s so wichtig, dass ma a wenk drauf schaun,
und nid ois Scheene bei ins weidahaun!

I mog Hoiz, mecht nid, dass do wos feit,
weis eigentlich koan scheenan Werkstoff geit,
des oanzige, auf des gonz leicht vazicht’n ku,
send die vü’hn Hoizkepf bei ins voundru!

Beschreibungen und Ausdrücke

Holz ist wie unsere Berge ein Geschenk,
welches uns der Herrgott mitgegeben hat, wie ich mir denke.
Die Bäume sind schön zu jeder Zeit
und nützlich weil es davon Holz abgibt.

Für den Dachstuhl Balken, für die Schalung Bretter,
die schützen das Haus bei jedem Wetter,
aus dem feinen Holz können wir die Möbel machen,
ein Bett, Besenstiehle oder andere Sachen.

Wenn ich so vor einem alten Bauernhaus stehe,
oder in eine schöne Bauernstube hineingehe,
wird mir warm ums Herz, das ist ein Gefühl,
von Wärme, Geborgenheit - Heimat wenn man so will!

Das alte Holz wird mit der Zeit
immer schöner - ist wie bei den Männern!
Nicht perfekt, nicht glatt wie Beton oder Glas,
man sieht, der hat gelebt - das hat schon was!

Eine Holzschüssel, ein Saladbesteck oder ein Instrument,
einen kunstvollen Schrot, an dem man einen guten Zimmermann erkennt,
ein Pinzgauerzaun, das Holz schön vor dem Haus geschlichtet,
da weiß man, was man mit "viel Holz vor der Hütte" meint!

Wir sollten aufpassen, was wir so in die Gegend stellen,
wenn wir weiterhin so schöne Dörfer wollen,
die Lifthäusl ohne Vordach, alles in Beton,
ich weiß nicht, wohin uns das in der Zukunft führen wird!

Ob es diese Häuser in ein paar Jahrhunderten noch geben wird,
ich fürchte grob, dass es da schon viel früher Probleme gibt!
Darum wäre es so wichtig, dass wir ein wenig darauf schauen
und nicht alles Schöne bei uns wegwerfen!

Ich mag Holz, möchte nicht, dass da etwas schiefläuft,
weil es eigentlich keinen schöneren Werkstoff gibt,
das einzige, auf das ich leicht verzichten kann,
sind die vielen Holzköpfe, die bei uns vorne dran sind!