Pragmatisch

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307 Liebe
Zusammenfassung
307 Pragmatisch
Gedicht Oktober 2015

ein Gedicht von einer jungen Liebe

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„Herr Pfarrer, i war heit zum Beichten kemma,
fei, dass sie sich die Zeit fie mi nemma,
i fierat gern a gottgefällig’s Leben
und hoffat, dass ma dazu ihr’n Segen geben.“

„Des g’freit mi b’sundas, boid i so aussischau
is Beichten soitn fie a so a junge Frau,
is fei dass’d um an Ablass kimmbst – jetz loss amoi hean,
begib dich ruhig in die Obhut deines Herrn!“

„I hu an Freind und der hoast Lois,
mia zwo kennand ins scho a gonze Bois,
mia woitn mitnond Aufgab mochen – vielleicht a wenk schmusen,
auf oamoi g’spiar i sei worme Hond auf mein kloan Busen,

i woas scho, dass ma des eigentlich nit tuat,
hu mi owa nit g’wescht, des Gfüh wor guat!
Gonz noi, wor wia wonn d’Sun durch die Woiken kimmb,
die Knia sand woach won, wira mi in die Arme nimmb.

Die Schmetterling im Bauch wor’n do dahi,
wor eher, wia won i voia Webbsen bi!
I ku eana nit ois vazöhn, wos nocha g’wesen is,
woas nur, es wor wundaschee, des woas i gwies!“

„Liebes Kind, i muas mi decht eimischen!
I red siest bei oana Beicht nit gean dazwischen!
Mia miassn owa in die Gegenwart z’ruggkeahn,
an’s sechste Gebot errinat i die gean.

Mia miassn scho beim Thema bleibn!
Da hoast’s ja: „Du sollst nicht Unkeuschheit treiben!“
Die Situation wor eindeutig, wie ich meine,
wos es zwoa tu hobbs, passt do genau eine!

Dei Tun bereuen, des war jetzt wichtig
und bis zur Ehe keusch sei – des war hoit richtig,
soidst den Vorfall als einmaligen Ausrutscher betrachten
und die Gesetze Gottes in Zukunft streng beachten!“

„Herr Pfarrer, des wor Liebe und es wor schee,
dass da Herrgott des nit homm wüh, kunnt i nit vastee!
I glabb, dass er gnädig auf ins ochaschaut,
wonn’s Unrecht waa, häd a Mann und Frau gonz onasch baut!

Auf a scheene Zukunft fie mi und an Lois tat jo hoffen,
sie sand do ondara Meinung, owa i sogg’s eana gonz offen:
I hu koa schlechts G’wissen, des is des feine,
i brauch nid oi zehn Gebote, mia reichen a die neine!“

Beschreibungen und Ausdrücke

"Herr Pfarrer, ich wäre heute zum Beichten gekommen
fein, dass Sie sich die Zeit dafür nehmen
ich würde gerne ein gottgefälliges Leben führen
und hoffe, dass Sie mir dazu den Segen geben."

"Das freut mich besonders, wenn ich so hinaussehe
ist das Beichten für eine so junge Frau selten
es ist fein, dass Du um die Vergebung der Sünden kommst, lasse einmal hören
begebe Dich ruhig in die Obhut des Herren!"

"Ich habe einen Freund, der heißt Alois,
wir beide kennen uns schon eine ganze Weile,
wir wollten zusammen die Hausaufgaben machen, vielleicht ein wenig schmusen,
auf einmal fühle ich seine warme Hand auf meinem kleinen Busen,

ich weiß schon, dass man das eigentlich nicht macht,
ich habe mich aber nicht gewehrt, das Gefühl war zu gut!
Ganz neu für mich, war wie wenn die Sonne durch die Wolken kommt,
die Knie wurden weich, als er mich in die Arme nahm.

Die Schmetterlinge im Bauch waren nicht mehr da,
es war eher, also ob ich voll Wespen gewesen wäre!
Ich kann Ihnen nicht alles erzählen, was danach passiert ist,
ich weiß nur, dass es wunderschön war, das ist sicher!"

"Liebes Kind, ich muss mich nun doch einmischen!
Ich rede sonst ungern bei einer Beichte dazwischen!
Wir müssen aber in die Gegenwart zurückkehren,
ich würde Dich gerne an das 6. Gebot erinnern.

Wir müssen schon beim Thema bleiben
da heißt es ja: "Du sollst nicht Unkeuschheit treiben!"
Die Situation war eindeutig, wie ich meine
was ihr beiden gemacht habt, passt genau auf diese Sünde!

Dein Tun zu bereuen, das wäre nun wichtig
und bis zur Ehe keusch bleiben, das wäre richtig
Du sollten den Vorfall als einmaligen Ausrutscher betrachten
und die Gesetze Gottes in Zukunft streng beachten!"

"Herr Pfarrer, es war Liebe und es war schön,
dass der Herrgott das nicht haben will, kann ich nicht verstehen!
Ich glaube dass er gnädig auf uns herunterschaut,
wenn das Unrecht gewesen wäre, hätte er Mann und Frau ganz anders konstruiert!

Auf eine schöne Zukunft für mich und für Lois würde ich ja hoffen,
Sie sind da anderer Meinung, aber ich sagge es Ihnen ganz offen:
Ich habe kein schlechtes Gewissen, das ist das feine,
ich brauche nicht alle zehn Gebote, mir reichen auch die neun!"