Rasian

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rasieren
Zusammenfassung
156 Rasian 2009

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„Griass di – moast kenn i di?“
Da Sepp schauggat am liabsten nit zun Spiagl hin!
A da Friah an Spiagl schauggn – da kunnst die grausen,
er drahd amoi s’Wassa auf – vielleicht hüft’s Brausen!

Die Ring unta d’Augen – er hot nit guad gschloffen,
is saumiad, wia soid a den heitigen Tag nur schoffen!
Die wenigen Hoor stehn’ kreiz und quer,
da Sepp denk sie „mei stehst du heit her!“

Mei tuat des worme Wassa guat!
Er gschwotz’s direkt, wiara munter wean tuat!
An Schaum ins Gsicht – an Boschs weckschobn –
jetz muas a nua no a guads Fruastuck hobn!

Mit da Biescht die letzten Hoor sortiern,
da Sepp ku richtig sein Viewitz gspiern!
Er steig auf’s Woog – gonz voia Schneid –
steig owa glei wieda owa – weis z’weit feit!

Jetz no a Deo, damit a guad schmeckt,
er riacht an Kaffee scho – s’Fruastuck is scho deckt!
A frische Untahos – wei Montag is,
eichi in die Pfoad, a d’Hosn – a guada Tog is gwies!

„Des Duschn und vor oim des Rasiern tuat guat!
Zwanzg Johr jinga fü i mi – es wallt mei Bluad!“
Sogg s’Weiwi: „Moggst’d die nit amoi auf d’Nocht rasian?
Ich mecht a wos homm davu – mecht deine zwanzg Johr gern  gspian!“

Beschreibungen und Ausdrücke


Spiagl = Spiegel
draht = dreht
Boschd = Bart
weckschobn = wegschaben
Biescht = Bürste
Viewitz = Vorwitz, Übermut
Woog = Badezimmerwaage
z'weit feit = zu weit fehlt/abweicht
Pfoad = Hemd
jinga = jünger
s'Weiwi = seine Frau