Zeltenbachen

Das Bild zum Gedicht

kletzenbrot
Zusammenfassung
191 Zeltenbachen 2011

die Geschicht vom Klotzenbrot - der Scherz/Anschnitt des Brotweckens wurde als Liebesbeweis verschenkt (bevor es die Partnerbörsen im Internet gegeben hat)
Zum Vorlesen hier klicken!

Heit tat i gern mit Dir bochen
und mittanand an Zelten mochen.
I mog die Klotzen nit so gern
drum weaschtz eher ona mit Feigen wean.

Die Füh hu i gestern Zschnochz scho vorbereit –
fei g’schnieden, g’hackt, guad durchimischen des is gscheit,
nocha is, wenn ma heit in die Kuchi kemma
ois schee durchzochen und gfiarig her zun nemma!

Nocha setz ma’s Dampfi u und tan’d a Tiachi drauf,
i setz ma a guats Kaffeeschal auf,
jetz hoatz‘s boaten – do kust nit dränga –
huck Di hi, lies die Zeidung – deswegn dauaschtz a nit länga!

Zun Brottoag kneden brauchst in die Arm fü Schmoitz.
S’Mehl, s’Wassa misch ma guad durch, dazua  no s‘Soitz.
I bi vo Natur aus a faula Hund,
denk ma, dass do die Knettmaschin hoiffn kunt!

An Toag a wenk rasten lossen, der muas guad geh,
muas ausschaun wiara Babyaschei – nocha is schee!
Vo dem nemma a bissei auf z’Seit  – nit z’füh!
Wiara Tennisballei, des brauch ma fie die Hüh.

Da Toag und die Füh wea ma jetzt ondla durchikneden,
des riacht schon so guad, des schmeckt sicha jeden!
Mit meina tollen Knetmaschin is des nit schwar
denk ma, dass des mit da Hond recht anstrengend war!

Dawei ma aus insre Tennisballei die Hüh ausroin
deck ma den gonzen Toag o – soid si koan Zugluft hoin!
An Heascht kimma a scho amoi eischoitn
und oiwei schee den Toag im Aug‘ behoitn!

Die Füh in die Toaghüh einschlogn,
dass do genau sei muast brauch i woi nit extra z’sogn!
Damit d’hoasse Luft ausmog a poor Lecha in die Hüh,
des tat bei insre Politika a guad – des war mei Gfüh!

Oa Stund bochen – bei 180 Grad in an Heaschd
Im Rezept hoastz, dass des Brot mit Wossa einpemselt k’heaschd.
D’Kuchi zommrama, vielleicht a wenk an Weihrauch uzinnt’n
der G’ruch, die Stimmung – da kust zu Dein Friedn fint’n.

A wenk o’kühn lossen, moch drei Kreiz mit an Messer
woas nit ob’s hüft, owa mia kimmb fie nocha schmeckts no besser,
mia schneidn ins an Scherschz ocha – mei riacht des fei –
und pocken den in a schee’s Papierdl ei.

I woas scho, wem i mei Scherzschzei schenk,
den kriag mei Frau, an die i volla Liab gern denk!
I hoff, Du host a appan, dem s’Loawi schenkst
Bei dem da worm um Hearschz weascht, wennst an den denkst.

Beschreibungen und Ausdrücke

Zelten = Klotzenbrot
bochen = backen
Klotzen = getrockne Birnen
weaschtz = wird es
ona = einer
die Füh = die Fülle
gesten z'schnochz = gestern Abend
gfiarig = praktisch
Dampfi = Germ-Vorteig
Tiachi = Küchentuch
hoatz's boaten= heißt es warten
dauaschtz = dauert es
Schmoitz = Kraft
Soitz = Salz
Toag = Teig
guad geh = gut aufgehen
nit z'füh = nicht zu viel
Wiara = wie ein
die Hüh = die Hülle
ondla = ordentlich
durchikneden = durchkneten
riacht = riecht
ausroin = ausrollen
Heascht = Herd
eischoitn = einschalten
ausmog = entweichen kann
a poor Lecha = ein paar Löcher
bochen = backen
hoastz = heißt es
einpemselt = eingepinselt
k'heaschd = gehört
zommrama = zusammenräumen
uzinnt'n = anzünden
Scherschz = Scherz (Endstück)
ocha = herunter
pocken = packen
Papierdl = (Geschenks-)Papier
host eppan = hast jemanden
s'Loawi = den (Brot-)Laib
Heaschz = Herz
weascht = wird