Apokalypse spaada

433 Apokalypse

Boid mei Mannei bei ins is, is des die Zeit,
wo’s Heaschz aufgeht, wo’s a Gaudi geit,
a wenk Legospühn, mid’n Hund spaziangeh,
bein Nochbaan Viecher schaun, des is so schee!

Goggog, die Muh, OinkOink owa a die Mäh,
ois is interessant, boid i mid eam spaziangeh,
a wenk Obst nuasl’n, oda amoi wo’s trinken,
an Gagga aussarama, er soid jo nid stinken!

Boid a si mid’n Büdabuach zu mia herhuckt
und si gonz lind a wenk zuachadruckt,
heb i d’Luft u – da Moment der is so schee,
boidst söwa Kinda host, weascht des vasteh!

Mia schaung wo die WauWau send
und die Lastwogen, die er gonz guad kennt,
es gib jo so vüh schee’s bei ins zun Schauen,
die Berge, Blumen, die Bagger, die die Heisa bauen.

Auf oamoi kimmb ma a Gedonke in den Sinn,
i gwor, dass nid gonz bei der Sache bin:
Wo’s weascht in zehn, fuchzen Johr sei? I hoff dass i no bi!
Nocha is a nid gonz zwanzig – do kimmb ma vie,

ob seine Frogen donn an mi no oiwei no so harmlos send,
oda ob a da do nid gonz onare Realitäten kennt?
Frogt, warum mia nix tu hommb die gonze Zeit,
den Planeten ausg’raub hommb und warum’s a so weit feit,

s’Wossa auf oamei rar is – die Baam weit auffi braun,
warum gibb’s koa Schifohn mehr und koa Schneemandl baun?
Warum hobb’s nid prowiat, hobbs koane Lösungen g’funten,
dass mia heit – wia es domois – so schee leben kunten?

Warum hobb’s die Ruacher koane Grenzen g’setzt?
Denen, die insa Woit hig’mocht homb, die Menschlicheit valetzt,
dass Millionen vo Menschen die Hoamat verlian, varrecken,
nua, damit si oiwei no mehr Goid in eanare Taschen stecken?

I denk’s stad bei mir, trau ma owa nix z’sogen,
hoff nid, dass des amoi send seine Frogen!
I werd koa Ontwort kenna  zu dem gonzen Drama,
i fircht, dein Opa weascht si fie insa Nixtoa schama.

Boid’s do oben amend decht oan gabat
und i an den do oben nua a bissei glabat,
tat i a inständig beten, dass fie die Junga a Hoffnung geit,
in oana  – trotzt da Klimaerwärmung –  koiden Zeit!

Hoffat, dass’d ma vazeichst, a wenk vastehst
und mid gleichvüh Liab auf dein Opa zuagehst,
insare Heaschzn oiwei no oas send so wia heit,
wei des is des scheenste wos fie dein Opa geit.

Zusammenfassung

433 Apokalypse spaada?

Gedicht Jänner 2021

Gedanken, wenn ich bei meinem Enkerl beim Bilderbuchschauen sitze

Type: nachdenklich

Beschreibungen und Ausdrücke

Wenn unser kleine Bub bei uns ist, ist das die Zeit,
wo das Herz aufgeht, wo es Spaß gibt,
ein wenig Legospielen, mit dem Hund spazieren gehen,
beim Nachbarn Tiere schauen, das ist so schön!

Goggog, Muh, OinkOink aber auch die Mäh,
alles ist interessant, wenn ich mit ihm spazierengehe,
ein wenig Obst essen, oder einmal etwas trinken,
die Windel ausräumen, er soll ja nicht stinken!

WEnn er sich mit seinem Bilderbuch zu mir hersetzt
und sich ganz weich ein wenig zu mir her drückt,
halte ich die Luft an - der Moment ist so schön,
wenn du selber Kinder hast, wirst das verstehen!

Wir schauen wo die WauWau sind
und die Lastwagen, die er ganz gut kennt,
es gibt ja so viel schönes bei uns zum Schauen,
die Berge, Blumen, die Bagger die die Häuser bauen.

Auf einmal kommt mir ein Gedanke in den Sinn,
ich merke, dass ich nicht ganz bei der Sache bin:
Was wird in zehen, fünfzen Jahren sein? Ich hoffe dass ich da noch bin!
Dann ist er nicht ganz zwanzig Jahre - da kommt mir vor,

ob seine Fragen dann an mich noch immer so harmlos sind,
oder ob er da nicht ganz andere Realitäten kennt?
Frägt, warum wir nichts getan haben die ganze Zeit,
den Planeten ausgeraubt haben und warum es so schlimm ist,

das Wasser auf einmal rar ist - die Bäume weit hinauf braun,
warum gibt es kein Schifahrenm mehr und kein Schneemann bauen?
Warum habt ihr nicht probiert, keine Lösungen gefunden,
dass wir heute wie ihr damals so schön leben könnten?

Warum habt ihr den Geiern keine Grenzen gesetzt?
Denen, die unsere Welt kaputtgemacht haben, die Menschlichkeit verletzen,
dass Millionen von Menschen die Heimat verlieren, verrecken,
nur, damit sie immer noch mehr Geld in ihre Taschen stecken?

Ich denke still bei mir, traue mich aber nichts zu sagen,
hoffe nicht, dass das einmal sind seine Fragen!
Ich werde keine Antwort wissen zu diesem ganzen Drama,
ich fürchte, dein Opa wird sich für das Nichtstun schämen.

Wenn es da oben doch jemanden geben würde
und ich an den da oben nur ein wenig glauben würde,
würde ich inständig beten, dass es für die Jungen eine Hoffnung gibt,
in einer - trotz Klimaerwärmung - kalten Zeit!

Würde hoffen, dass du mir verzeihst, ein wenig verstehst
und mit gleich viel Liebe auf deinen Opa zugehst,
unsere Herzen immer noch eins sind so wie heute,
weil das ist das schönste, was es für deinen Opa gibt.