Mehr Haselnuss-Staudn
An Franzei homms gleand – er soid sie wean
und wei a a Bua is, gibbs Nix zun Rean!
Scho an Kindagoschtn hommbs nit gean mit eam gspüht,
er hot oi hergfotzt – er wor oafach wüd.
A da Voiksschui hommbs sie di Onan a zommtu –
des wor nocha, wiar i’n mit da bluadigen Nosen gsechen hu.
Zearscht mit die Stecken, nocha mit die Eisenstonga –
sie hommb si zu Banden zommtu – und an richtigen Kriag ugfonga.
Springastiefi, Schlogring, Gaspistoin,
bis zun Umfoin saufen – die Baseboischläger aussahoin,
a da Schui nit zschlauch – den Kopf rasiern,
Tätowierunga, Lederwesten – die sinnlose Gwoit kust gspiern!
Boidst Nachrichtn liest, geht’s gonz gleich zua –
Es geht gonz kloan u – wia bei insan Kindagoschtnbua!
Zun Schuigeh homms koan Goid – an Essen feits,
koa Haus zum Wohna, koa Gwond – nur Waffen geits!
A da Zeitung liest, Stoi und Eisen kriagst gonz schwar,
wei mia vüh Maschinen bauen, is rar!
Mia kimmb owa fi, mit d’Waffen mochn’s vü mehr Göd,
siest gawat’s nit so vü vo dem Graffi auf da Wöd.
Die Norrn a da UNO kust vergessen!
Von Frieden schwodern’s – und tand guat essen,
dawei’s hint umma d’Waffn baun
und tonnenweis di Minen in die Erd’n haun.
Ziachz ein de Waffn und schmoiz z’es ei!
Baut’s Hochheisa draus, vü Schuin wand fei!
Zun Kriagfian kriang’s nur no Haselnuss-Staudn,
mit de kinnand si sie nocha den gonzen Tog haun.
Mia hädn leicht Platz auf insra Wöd –
die Gier is a Luada – es geht oiwei nur ums Göd!
Die Weiberleit und die Kinda miassn’s biassn,
dawei sie die Mandaleit an Schädl einschlogn miassn.
Zusammenfassung
100 Mehr Hoselnussstauden
ein Gedicht gegen die Gewalt
Type: nachdenklich, sarkastisch
Beschreibungen und Ausdrücke
Dem Franzi haben sie gelernt - er soll sich wehren
und weil er ein Bub ist, gibt es nichts zum Weinen!
Schon im Kindergarten haben sie nicht gerne mit ihm gespielt,
er hat alle geschlagen - er war einfach wild.
In der Volksschule haben sich die anderen auch zusammengetan -
das war dann, wie ich ihn mit der blutigen Nase gesehen habe.
Zuerst mit Stöcken, dann mit Eisenstangen -
sie haben sich zu Banden zusammengeschlossen - und einen richtigen Krieg angefangen.
Springerstiefel, Schlagring, Gaspistolen,
bis zum Umfallen saufen - die Baseballschläger herausholen,
in der Schule nicht zu schlau - den Kopf rasiert,
Tätowierungen, Lederwesten - die sinnlose Gewalt kann man spüren!
Wenn du die Nachrichten liest, geht es ganz gleich zu -
Es fängt ganz klein an - wie bei unserem Kindergartenbub!
Zum in die Schule gehen haben sie kein Geld, am Essern fehlt es,
kein Haus zum Wohnen, kein Gewand - nur Waffen gibt es!
In der Zeitung liest man, Stahl und Eisen bekommt man ganz schwer,
weil wir viele Maschinen bauen, ist das rar!
Mir kommt aber vor, mit den Waffen machen sie viel mehr Geld,
sonst würde es nicht so viel von dem Mist auf dieser Welt geben.
Die Narren in der UNO kannst du vergessen!
Vom Frieden schwadronieren und nur gut essen,
während sie hinten herum die Waffen bauen
und tonnenweise die Minen in die Erde werfen.
Zieht die Waffen ein und schmelzt sie ein!
Baut Hochhäuser damit, viel Schulen wären fein!
Zum Krieg führen bekommen sie nur noch Haselnuss-Stauden,
mit denen können sie sich dann den ganzen Tag hauen.
Wir hätten leicht Platz auf unserer Welt -
die Gier ist das Problem - es geht immer nur um das Geld!
Die Frauen und die Kinder müssen es büßen,
während sich die Männer den Schädel einschlagen müssen.