Radarkastl

Radar

Danaxt geh i auf da Ochenallee, des Wedda is schee,
do siech i gonz unt a Hundl, i bleib erstaund steh,
den kenn i decht! A Thule mid zwoa zwoa Mannei in!
Des is decht insa Familie, bi iwaroscht, i moa i spinn!

A nosse Hundeschnauzen stupst mi u,
noggelt vou mir, bis in oandla streichid hu,
do siech i, die zwoa Mannei hommb mi jetz dagneisst,
und wia da Große des Plastik von Thule ochareisst!

Er lafft, die Orm weit ausg’streckt, dawei a „Opa“ schreit,
i steh oafoch nua do, glab nid, dass no wo’s Scheena‘s geit!
Des Lochen im Gsichtl, des Leichten in die Aug’n,
i ku die Liab g’spian, derf in sei Heaschz eichischaug’n!

Es blitzt in seine Augen wia boid ma mid’n Auto z’schnoi foscht
und den Radarkosten nemm da Strossen iwag’woscht,
mei Mannei, DES Blizzen ku gornid oft gnuag sei,
s’Liacht geht durch die Augen in d‘Soi und des is so fei!

Boid’s Radarblitzei aus die kloan Eigei leicht,
sog’s NAVI zu mia: „Sie haben ihr Ziel erreicht!“
Die unbedingte Liab is des Züh und dass di wer mog,
donn stöht si noch’n „Sinn des Lebens“ nia mehr die Frog!

I heb’n auf, er leg seine kloan Hantei um mi umma,
spiar die Sunn scheint durch in’s durch ois wia im Summa!
D’Woid, die Sorgen, ois weit weck,  nua hehm,
i ku die Liab g’spian, des Vertrauen, es ku nix Scheenas gehm!

Um des geht’s, nid um‘s Ois-Homm-Miassen und um’s Göd!
Is ois nix weascht, wenn da die Liab im Leben föd!
I moa, dass jeda amoi im Leben irgendwonn g’woscht,
dass hinter’m Sorg koa Möwiwogn nochifoscht!

Bei die Alleebaam vastecken spühn und gonz vüh lochen,
des meng’s hoid, boid ma midnond Bledsinn mochen,
die Wangei rot, auf an Bankei an kloan Rastal toa,
des scheene G’füh hoit sicher no long, wia i hoid moa!

Des sand so Momente, des kust nid loaten!
Mid die Orm vanonnd muast so eppas daboaten
und nocha d’Luft u’hoidn, sonft Wong an Wong,
jetz muas i’s lossen, bevor i’s Rean u’fong!

Zusammenfassung

514 Radarkastl
Gedicht Monat Mai 2024

ein Liebesgedicht nach einer wahren Begebenheit

Type: Liebesgedicht

Beschreibungen und Ausdrücke

Neulich gehe ich der Achenallee, das Wetter ist schön,
da sehe ich ganz unten einen Hund, ich bleibe erstaunt stehen,
den kenne ich doch! Ein Thule (Kinderwagen) mit zwei kleinen Buben drinnen!
Das ist doch unsere Familie, bin überrascht, ich glaube ich spinne!

Eine nasse Hundeschnauze stupst mich an,
wackelt vor mir, bis ich in ordentliche gestreichelt habe,
da sehe ich, die beiden Buben haben mich wahrgenommen
und wie der Große das Plastik vom Thule herunterreißt!

Er läuft, die Arme weit ausgestreckt, während er "Opa" ruft,
ich stehe einfach nur da, glaube nicht, dass es noch was Schöneres gibt!
Das Lachen im Gesicht, das Leuchten in den Augen,
ich kann die Liebe spüren, darf in sein Herz hineinschauen!

Es blitzt in seinen Augen wie wenn man mit dem Auto zu schnell fährt
und den Radarkasten neben der Straße nicht bemerkt,
mein kleiner Bub, DAS Blitzen kann gar nicht oft genug sein,
das Licht geht durch die Augen in die Seele und das ist so fein!

Wenn der Radarblitz aus den kleinen Augen leuchtet,
sagt das NAVI zu mir: "Sie haben das Ziel erreicht!"
Die unbedingte Liebe ist das Ziel und dass dich wer mag,
dann stellt sich nach dem "Sinn des Lebens" nie mehr die Frage!

Ich hebe ihn auf, er legt seine kleinen Hände um mich herum,
spüre die Sonne scheint durch uns hindurch wie im Sommer!
Die Welt, die Sorgen, alles weit weg, nur halten,
ich kann die Liebe spüren, das Vertrauen, es kann nichts Schöneres geben!

Um das geht es, nicht um das "Alles-Haben-Müssen" und um das Geld!
Ist alles nichts wert, wenn dir die Liebe im Leben fehlt!
Ich glaube, dass jeder einmal im Leben irgendwann kapiert,
dass hinter dem Sarg kein Möbelwagen nachfährt!

Bei den Alleebäumen verstehen spielen und ganz viel lachen,
das mögen sie halt, wenn wir miteinander Blödsinn machen,
die Wangen rot, auf einer Bank eine kleine Rast machen,
das schöne Gefühl hält sicher noch lange, wie ich halt glaube!

Des sind so Momente, die kannst du nicht lenken!
Mit den Armen auseinander musst du so etwas erwarten
und dann die Luft anhalten, sanft Wange an Wange,
jetzt muss ich aufhören, bevor ich zu Weinen anfange!